JAM PLAYALONG CONTEST

Walter Trout's Welcome To The Human Race: DIE BESTEN SOLI

Es war wirklich nicht einfach aus ca. 100 Einsendungen die virtuosesten, originellsten, schönsten, besten, eingängigsten oder abgefahrendsten Soli über Walter Trouts "Welcome To The Human Race" herauszufiltern. Zur Erinnerung: In G&B 06/2008 hatten wir auf S. 197 den Wettbewerb ausgeschrieben. Es ging darum, über die originale Aufnahme von Walter Trout, zu hören auf seinem aktuellen Album ,The Outsider' (provogue), die uns sein Label in einem Mix ohne Gitarrensolo zur Verfügung gestellt hatte, ein eigenes Solo einzuspielen.
Das Niveau der eingesandten Beiträge war insgesamt sehr hoch, und nur sehr selten sind wir beim Abhören schreiend aus dem Büro gerannt. Aus der Masse ragten die folgenden Einsendungen hervor:

 

ANDREAS SCHOCK ANDREAS SCHOCK

 

ANDREAS SCHOCK ist 36 Jahre alt und hatte "vor ca. 21 Jahren den ersten Kontakt zu einer Gitarre gehabt. Der Auslöser war der letzte Rockpalast 1986 - vier Stunden BAP, heutzutage finde ich das rein gitarrentechnisch nur noch bedingt klasse..." Als Einflüsse nennt er Hardrock-Gitarristen wie Gary Moore, George Lynch und Vito Bratta; momentan heißen seine Lieblingsmusiker Richie Kotzen, Michael Landau, Gary Moore, Ali Neander, Stoppok, John Sykes und Steve Lukather.
"Musikalisch halte ich mich mittlerweile bevorzugt irgendwo zwischen Rock und Pop auf", erzählt Andreas weiter. "Der Schwerpunkt liegt ganz klar bei einem Hardrock-Coverprojekt (www.heavytraffic.de/). Außerdem betreibe ich noch mit einer sehr guten Sängerin ein kleines Akustik-Duo (www.acousticshock.schockland.de) und helfe hier und da auch mal bei anderen Bandprojekten hier in der Gegend aus." Noch mehr über den Künstler erfährt man unter www.schockland.de.
Aufgenommen hat Andreas mit einer verhäusselten Squier Strat und einem Yamaha DG Stomp vor den eine MEK Fuzz geschaltet war. Die Soundkarte ist ein Feld-Wald-und-Wiesen-Modell und die verwendete Software Samplitude."

Andreas' Solo war ein positiver Schock, denn er gehörte zu den wenigen Gitarristen, die sehr cool, mit wenigen Noten anfingen, Spannung aufbauten, sparsame Licks zunehmend verdichteten und motivisch ausarbeiteten. Was dabei herauskam, kann man auch so nennen: ein supergeiles, spannendes, dreckiges Blues-Rock-Solo, das aus dem Bauch kommt - aber mit Köpfchen. Herzlichen Glückwunsch!

 

ANDREAS SCHOCK ANDREAS SCHOCK

ARMIN SCHMIDT ist 40 Jahre alt und spielt seit seinem 12. Lebensjahr Gitarre. "Nach einigen Jahren in diversen Coverbands, spiele ich momentan bei Silver Groover, einer Band mit Vorlieben für Audioslave, Rage Against the Machine, Stevie Salas u. a. (www.silvergroover.de). Für die Aufnahme zum Trout-Stück, spielte ich eine Blade Texas Pro Strat mit Hot Rail in der Bridge-, Suhr in der Mitten- und einem Kinman AVN 62 in der Neckposition. Als Schnittstelle für den PC verwendete ich das Jam Lab von M Audio und als Plugin das Guitar Rig2. Als Recording-Software habe ich Reaper-Programm verwendet."

Armin arbeitet mit nicht ganz unbekannten Licks & Lines, aber verknüpft sie mit sehr eigener Handschrift, schafft es, obwohl er bereits auf hohem Energie-Level startet, gitarristisch noch weiter Gas zu geben. Seine Bendings sind großartig, sein Vibrato passt, sein Spannungsbogen ist vorbildlich - und wie er das Solo beendet einfach originell. Super!!!

 

KLAUS ZIMMERMANN KLAUS ZIMMERMANN

KLAUS ZIMMERMANNs Solo wurde mit folgendem Equipment eingespielt: Warmoth-Strat mit Kloppmann 60s Pickups, Guitar Rig und Cubase SX. Live arbeitet Klaus mit einem Petersburg-P-100-Amp, 2x12-Boxen von Hughes & Kettner, Keeley Tubescreamer, Baldringer Dualdrive, Lehle D-Loop und einem Boss Multieffekt. Der Grafik-Designer aus Wesel ist 51 Jahre alt, spielt gerne Blues-Rock und ist aber für jede andere Musik offen. Klaus sucht momentan eine Band: Interessenten können sich unter webmaster@blues2night.de gerne bei ihm melden.

Anfangs sägt der Herr Zimmermann zwar etwas, aber nach wenigen Takten hat man sich an seinen Sound gewöhnt. Sein B-Teil ist dann ganz große Klasse, mit Slides die David Gilmour ein Lächeln ins Gesicht zaubern dürften. Sehr schön.

ANDREAS SCHOCK CHRIS DOELDERER

CHRIS DOELDERER (46) hat bereits in zahlreichen Bands in Deutschland und Österreich gespielt.
"Nun bin ich gerade dabei eine neue Krawallkapelle zu formieren", schreibt er. "Für die Aufnahme nahm ich mein altes Ibanez-Les-Paul-Kopie, die Effekte sind von Boss (Octaver, Delay), das Bottleneck ist aus Glas. Im Mittelteilsolo wollte ich so eine Art Frage-&-Antwort-Spielerei umsetzen. Der Rap im Finale war eine spontane Idee die ich mal probieren wollte." Kontakt: ch.doelderer@sbg.at

Chris lieferte den lustigsten Beitrag mit seinem Zwiegespräch zwischen einer Oktaver und einer Slide-Gitarre ab. Da lassen die Anonymen Pentatoniker und die Bottleneck-Agogiker gleichermaßen grüßen. Schrill, schräg, schrammelig - und sicher nur zu 95 % ernst gemeint.

 

ANDREAS SCHOCK ANDREAS SCHOCK

DANIEL BAUNE ist 18 Jahre alt und hat gerade seine Abiturprüfungen hinter mir. "Wenn alles glatt läuft, fange ich im September ein E-Gitarren Studium an der Tech Music School in London an. Ich spiele Gitarre, seit ich 13 bin. Im Moment habe ich zwei Bands, eine Blues-Rock- und eine Melodic-Thrashmetal-Band. Einige meiner eigenen Aufnahmen kann man unter www.myspace.com/danielbaune anhören. Der Jam Contest hat mich in sofern gereizt, dass ich das Lied sehr mag und eine Chance sah, meinen Stil-Horizont etwas zu erweitern, weg von der Metal-Schiene. Ich habe folgendes Equipment beim Aufnehmen verwendet: Yamaha Pacifica 821, Hughes & Kettner Silver Edition Amp, Hughes & Kettner Tubeman II, Delay und Hall vom Aufnahmeprogramm Magix Audiostudio 2006

Daniel (18) hat einen originellen Ton, spielt ein paar sehr coole Licks und hat gegen Ende seines Solos schräge Ideen. Weiter so!

 

ANDREAS SCHOCK ANDREAS SCHOCK

THOMAS GASSMANN (48) fasst sich kurz: "anbei ...leider nur einkanalig... solo für das trout stück. aria les paul 1976 mit voodoo pu.s über boss drumcomp. eingespielt. mfg. thomas.

Thomas G. (48) hat die Punk-Zeit der 70er bewusst erlebt, das hört man jedem Ton an, mit dem er gegen diesen Song von Walter Trout produziert. Angesichts der Tatsache, dass Lou Reed nach Velvet Underground mit diesem Stil Millionär wurde, wünschen wir alles Gute für die weitere Karriere.

 

DANIEL H�NE ANDREAS SCHOCK

DANIEL HÄNE (44) aus München spielt seit ca. 1980 in verschiedenen Amateur-Bands die Musikrichtungen Blues, Bluesrock, Rock, Rockabilly, Surf, Swing. Seit 2002 spiele und singe ich im Bluesrocktrio Boiling Ink (www.boiling-ink.de). Als prägend für meinen Gitarrenstil würde ich Rory Gallagher, Hank Marvin und Ian Bairnson bezeichnen." Daniel hat seinen Beitrag aufgenommen mit einer Epiphone-Halbakustik direkt in die Ampsimulation des Aufnahmegerätes.

Ein eigenwillig phrasiertes, originelles Solo mit einem dramatisch gestalteten B-Teil mit viel Surf-Feeling. Klasse gemacht!

 

ANDREAS SCHOCK ANDREAS SCHOCK

JOCHEN HERTH (*1975) spielt seit seinem 15. Lebensjahr Gitarre. "Seit ich 21 J. alt bin kann ich von der Musik leben, ich unterrichte spiele in in verschiedenen Bands und bin Mitbegründer der Powerhillstudios in Ludwigsburg in dem ich als Produzent und Studiomusiker arbeite." Als Einflüsse nennt Jochen Shawn Lane, Joe Satriani, Michael Landau, Steve Stevens, Vincent Klink (Sternekoch), Darth Vader, Captain Future u.v.a. Equipment: Fender Humbucker Strat, Morley Vai-1 Wah, Baldringer-Dual-Drive auf den Cleankanal eines JVM-Marshall in eine TTRex 212 Box mit Celestion Gold, in ein Sennheiser 409 auf einen Mindprint DTC auf einen RME Wandler ins Nuendo. Jochen ist auch auf Youtube präsent, und zwar als "shreddingjoe".

Jochens Lead-Part kommt sehr flüssig und atmet dann im B-Teil mit ein paar luftigen WahWah-Tönen durch, ohne an Kraft zu verlieren. Und dann geht's noch mal richtig ab! Sauber!!

 

KLAUS PAPE KLAUS PAPE

KLAUS PAPE (48) hat seinen Beitrag mit einer Gibson SG Standard über ein Vox Tonelab in einen Zoom-MRS-8-Recorder eingespielt. "Das Solo ist ungeschnitten in einem Zug aufgenommen, ich habe versucht, bluesige und rockige Elemente zu kombinieren." Als Vorbilder nennt Klaus Johnny Winter (Blues), Michael Schenker und Gary Moore (Rock).

Auch hier wieder ein anfangs etwas gewöhnungsbedürftiger spitzer Ton - aber klasse Linien, die langsam immer mehr Spannung aufbauen. Im B-Teil sind Klaus dann wirklich ein paar sehr schöne Licks gelungen, inklusive dem an Claptons ,Layla' erinnernden Motiv, das er gekonnt einbindet.

 

Dein Beitrag war nicht dabei? Dann warte mal ab: In der G&B-Ausgabe 09/2008 stellen wir nämlich die zweite Hälfte der Jam-Contest-Gewinner vor.

Gitarre & Bass 3/2010

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